Mit Muslimen über Jesus reden
    
    

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Mit Muslimen über den Glauben reden

1) Keine Angst
Haben Sie keine Angst, mit einem Muslim über Religion zu reden. Wir Deutsche empfinden es oft als peinlich, über etwas so Intimes zu reden wie unsere Beziehung zu Gott. Für Muslime ist es das überhaupt nicht. Gott und Religion sind unter Muslimen Alltagsgesprächsstoff!

Haben Sie keine Angst, einem Muslim gegenüber Ihren Glauben zu bezeugen. Er wird Sie und Ihren Glauben respektieren, auch wenn er Ihre Meinung nicht teilt. Muslime haben Achtung vor Christen, die offen zu Jesus stehen. Sie verachten vielmehr die, die Ihren Gott ängstlich verschweigen.

2) Mit Liebe, nicht mit Rechthaberei
Ganz wichtig bei Gesprächen ist die Liebe zu Ihrem Gesprächspartner. Achten Sie ihn als Person und respektieren Sie seine Meinung.

Machen Sie nicht den Islam schlecht! Beleidigen Sie nicht Mohammed. Sagen Sie nicht: Der Koran ist falsch. Unterlassen Sie Kritik an islamischen Kulturen! Denn damit würden Sie nur bewirken, dass bei Ihrem Gesprächspartner die Rolläden runtergehen! Danach wäre das weitere Gespräch nutzlos.

Machen Sie Ihrem Gesprächspartner also nicht das madig, was ihm seit Jahrzehnten lieb und wichtig ist! Gewinnen Sie ihn lieber für Jesus! Es gibt über Jesus so viel zu erzählen, dass Sie gar keine Zeit haben sollten, den Islam zu kritisieren! Und Ihr Gesprächspartner wird sich für Jesus interessieren, denn auch im Islam spielt Jesus eine Rolle.

3) Beziehungen
In islamischen Kulturen haben Beziehungen viel mehr Stellenwert als bei uns Deutschen. Drücken Sie also einem Muslim nicht einfach ein Traktat in die Hand. Reden Sie mit ihm, zeigen Sie ihm, dass Sie sich für ihn interessieren und nicht nur die statistische Zahl der Christenheit erhöhen wollen. Laden Sie ihn mal zu sich nach Hause ein und wenn ein Muslim Sie einlädt – folgen Sie der Einladung! Nehmen Sie Zeit mit.

4) Persönlicher Aspekt des christlichen Glaubens
Muslime, die über den Islam wenigstens ein bißchen Bescheid wissen, diskutieren gerne über die Unterschiede zwischen Islam und christlichem Glauben. Mit sachlichen Argumenten werden wir einen Muslim allerdings nur schwer überzeugen können.

Muslime werden z.B. einwenden: „Jesus war ein Prophet, aber nicht der Sohn Gottes“. Lassen Sie sich hier nicht auf eine Diskussion ein, sie führt zu nichts. Lassen Sie das Thema möglichst schnell wieder fallen!

Versuchen Sie statt dessen, das Gespräch immer wieder auf die persönliche Ebene zu bringen: Wie steht Ihr Gesprächspartner vor Gott da? Ist er sicher, dass im jüngsten Gericht die Waagschale mit seinen guten Taten tatsächlich schwerer ist als die mit den schlechten Taten? Erzählen Sie ihm von Jesus, dass Jesus gekommen ist, um zu suchen, was verloren ist. Dass Jesus zu Kranken, Ausgestoßenen und zu Sündern gegangen ist, um ihnen die Liebe Gottes zu bringen. Und dass Jesus auferstanden ist und noch heute lebt, Ihren Gesprächspartner ganz persönlich kennt und liebt und eine Beziehung zu ihm haben möchte.

Dieser persönliche Aspekt des christlichen Glaubens ist für Muslime vollkommen neu. Auch die Möglichkeit, sich persönlich entscheiden zu können, ist für ihn erst mal undenkbar, da er als Muslim geboren wurde, (so wie ein Türke als Türke geboren wird und sich nicht plötzlich dafür entscheiden kann, Chinese zu werden). Machen Sie ihrem Gesprächspartner klar, dass er sich entscheiden kann!

5) Anknüpfungspunkte
Gut fürs Gespräch sind die Gemeinsamkeiten in Islam und christlichem Glauben. Erklären Sie einem Muslim unsere Sicht von folgenden Punkten:

a) Schöpfungsgeschichte
Auch der Muslim glaubt, dass diese Welt und wir Menschen von Gott gemacht worden sind. Allerdings kennt der Muslim die Schöpfungsgeschichte anders als wir: Als Gott den Menschen aus einem Klumpen Lehm geschaffen hatte, warf er ihn achtlos hinter sich.
Wie anders der biblische Schöpfungsbericht: Gott schafft den Menschen zur Gemeinschaft mit ihm und bläst dem Menschen seinen eigenen Odem ein. Er setzt den Menschen in einen herrlichen Garten, wo es ihm an nichts mangelt. Und das wichtigste: In diesem Garten hat der Mensch eine liebevolle Beziehung zu Gott, seinem Schöpfer.
Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner, warum es heute in der Welt ganz anders aussieht und wie die Beziehung zu Gott wieder hergestellt werden kann.

b) Schuld und Gericht
Muslime wissen, dass am Ende der Zeiten Jesus die Menschen richten wird. Der Muslim glaubt, dass die Taten eines jeden Menschen auf eine Waage gelegt werden. Die guten auf die eine Seite, die schlechten auf die andere. Jeder ernsthafte Muslim hofft, dass die Schale mit den guten Taten dann schwerer ist. Aber kein Muslim kann sich da sicher sein. Und selbst, wenn die guten Taten überwiegen, kann Allah immer noch den Menschen in die Hölle werfen, denn Allah ist so groß und mächtig, dass er an nichts gebunden ist, auch nicht an seine eigenen Worte.

Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner, dass Jesus die schlechten Taten aus seiner Waage rausgenommen und bereits dafür bezahlt hat, mit seinem eigenen Leben.

Erklären Sie Ihrem Gesprächspartner auch, dass die Bibel sagt, dass es zu Gottes Größe, dazugehört, dass auch sein Wort so groß ist, dass man sich darauf  verlassen kann.

Bedenken Sie, dass „Sünde“ für einen Muslim immer nur eine einzelne Tat ist, nicht der prinzipielle Zustand der Trennung von Gott, wie es die Bibel lehrt. Erklären Sie ihm die christliche Sichtweise zu diesem Thema, auch mit Hilfe des biblischen Berichts vom Sündenfall.

6) Mit der Bibel argumentieren
Unterstreichen Sie Ihre Argumente mit Bibelzitaten. Muslime haben Hochachtung vor heiligen Büchern, auch vor der Bibel, aber die wenigsten Muslime haben den Koran tatsächlich gelesen. Wenn Sie die Zeit dazu haben, dann zitieren Sie die Bibel nicht aus dem Kopf, sondern schlagen Sie die Stelle nach und lesen Sie vor. Verwenden Sie möglichst eine gutaussehende Bibel – keine, die abgenutzt aussieht, möglichst keine winzig kleine und möglichst keine mit poppigem Cover.

7) Fettnäpfchen, in die sie nicht treten sollten
Sohn Gottes
Der Islam legt großen Wert darauf, dass es nur einen Gott gibt. Und dass er keine Kinder hat. „Er ist nicht gezeugt und er zeugt nicht…“ heißt es im Glaubensbekenntnis. Wir Christen glauben eigentlich nichts anderes. In Jesus ist der eine Gott zwar in einer eigenständigen Persönlichkeit auf die Erde gekommen, in Jesus, Gottes Sohn, aber wir glauben nicht an zwei Götter.

Das Problem an dieser Stelle ist, dass Muslime den Begriff „Gottes Sohn“ ganz anders als wir verstehen, nämlich rein biologisch:

Der Koran unterliegt hier einem ganz großen Irrtum: Er schreibt über die christliche Religion, wir würden an ein intimes Verhältnis zwischen Gott und Maria glauben, woraus Jesus, der Gottessohn, entstanden sei. Das ist natürlich absoluter Unsinn, kein Christ glaubt das! Aber jeder Muslim denkt, wir würden es glauben. Der Titel „Sohn Gottes“ ist daher für den Muslim bereits von vornherein gotteslästerlich. Wir sollten daher diesen Ausdruck meiden!

8) Weiterführende Literatur und Links
Francesco Maggio: Christus für Muslime. Ein praktisches Handbuch zur Beantwortung der häufigsten Fragen, die Moslems stellen. 155 Seiten. ISBN 3-85666-387-8, EUR 12,30.

Weitere Tipps zu diesem Thema online unter:
http://www.orientdienst.de/praxis/index.shtml

 

Bedenken Sie: Es ist nicht Ihre Aufgabe, Muslime zu Christen zu machen!
Geben Sie freimütig, mutig und mit Feingefühl Zeugnis von der Hoffnung, die Sie durch Jesus Christus haben – und überlassen Sie das Resultat dem Wirken Gottes!


 

 

Fragen, Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Thema?
Ich bin für jede Rückmeldung dankbar!


 

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     Stand: 14. Juli 2011